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Neue Seminarreihe

Alter und Trauma – Lebenskräfte (an)erkennenAlte Menschen traumasensibel unterstützen

Die 6-tägge Seminarreihe findet August – November 2020 in Köln statt und richtet sich an:

Berater*innen, Psycho- und Körpertherapeut*innen, Ärzt*innen, Sozialarbeiter*innen
und -pädagog*innen, Seelsorger*innen, Fachkräfte aus der Alten-, Hospiz- und
Gesundheitsarbeit

 

Anforderungen in der Arbeit mit alten und hochaltrigen Menschen zeigen sich in vielen Bereichen immer mehr auch aufgrund traumaspezifischer Aspekte. So sind Mediziner*innen ebenso wie Therapeut*innen, Berater*innen oder Sozialarbeiter*innen und viele andere Fachleute immer mehr mit den Konsequenzen traumatischer Erfahrungen in ihrer Arbeit mit alten Menschen konfrontiert. Häufig bleiben dabei aber Fragen offen wie z.B. nach dem konkreten Umgang mit traumatischen Erfahrungen oder den Möglichkeiten tatsächlich hilfreicher therapeutischer und anderer Unterstützungsangebote.

Aus diesem Grund haben Daniela Halfmann und Martina Böhmer die „Kölner Fachstelle Alter und Trauma“ gegründet. Sie bietet im Zeitraum August – November 2020 die insgesamt 6-tägige Seminarreihe „Alter & Trauma – Lebenskräfte (an)erkennen“ für Fachleute/Expert*innen in der Arbeit mit älteren bis hochaltrigen Menschen an.

Dabei wird ein traumasensibler Zugang im Arbeitsalltag ebenso wie die eigene Haltung reflektiert und unter Berücksichtigung aktueller Beratungs- und Therapieansätze anhand pragmatischer Fallbeispiele aufgearbeitet.

Als langjährige Expertin in der traumaorientierten Arbeit konnte wieder Frau Prof. Reddemann gewonnen werden, um einen Weiterbildungstag der Seminarreihe zu der von ihr entwickelten PITT – Methodik (Psychodynamisch Imaginative Trauma Therapie) anzubieten.
Daran anschließend wird Lena-Sophie Kindermann zu PITT mit älteren/alten  Menschen ein Modul anbieten.

Hier können Sie den Flyer zur Seminarreihe herunterladen; auf diesem finden Sie die weiteren Informationen z. B. zu den Kosten  und den Geschäftsbedingungen: Flyer_Seminarreihe

Eine Vergünstigung der Seminarkosten für gering Verdienende ist möglich, sprechen Sie uns an.

 

Beschreibung der einzelnen Module

1. Block
21.+22.8.2020
Einführung in das Thema Alter und Trauma
Referentinnen: Martina Böhmer, Daniela Halfmann

Im Einführungsblock wird über insgesamt zwei Tage sehr bewusst über die Wahrnehmung alter Menschen nicht nur allgemein in einer nach Jugend und Produktivität strebenden Gesellschaft reflektiert, sondern auch die eigene individuelle Haltung zu diesem Aspekt besprochen.

Weiterführend sind viele Aspekte im Leben heute alter und hochaltriger Menschen differenziert im Vergleich zu heute unter 65 Jährigen zu betrachten. Mit steigendem Alter steigt nicht nur die relative Wahrscheinlichkeit an, Betroffene/r einer traumatischer Erfahrung sein zu müssen; anhand einer höheren Vulnerabilität durch gesundheitliche, gesellschaftliche und andere Rahmenbedingungen erscheinen regelmäßig oder manchmal auch erst nach Jahrzehnten die Konsequenzen aus Erfahrungen längst vergangener Zeiten, die aber bis heute Auswirkungen haben.
Dazu wird es entsprechend der Teilnehmenden eine Einführung oder Wiederauffrischung der Begriffsdefinitionen von Trauma, Traumafolgen, Trauma als Prozess und weiterer Grundlagen des Themenkomplexes erfolgen. Diese erarbeiten wir anhand der Spezifika im Umgang mit alten Menschen.

  • Einführung in das Thema Alter und Trauma
  • Eigene Haltung / Bewusstsein / Kommunikation / Wahrnehmung zu alten Menschen, zum Thema Trauma
  • Definition Trauma, Traumafolgen
  • Mögliche traumatische Ereignisse (geschlechtsspezifische, kollektive, individuelle) im Leben und deren Auswirkungen auf die Lebenssituation heute alter Menschen
  • Traumasensible Versorgung und Unterstützung zur Vermeidung von Re-traumatisierungen in Beratungs-, Therapie-, Betreuungs- u. Pflegekontexten
  • Unterstützung bei Traumaaktivierungen

 

2. Block 
24.+25.9.2020 Arbeit mit alten Menschen: Anforderungen und Methoden
Referentinnen: Prof. Dr. Luise Reddemann, Lena-Sophie Kindermann

Aufbauend auf das erste Modul werden in diesem Block die besonderen Anforderungen an Beratung, Therapie, Betreuung und Pflege mit alten Menschen besprochen und reflektiert. Die soziale und geschlechterdifferenzierte Erziehung und ehemalige Lebenswelt alter Menschen z.B. gilt es auch im direkten Umgang zu berücksichtigen, wenn wir aktuell mit diesen Menschen zusammen sind.

Die Vorstellung verschiedener Arbeitsansätze innerhalb von Beratung, Pflege oder Begleitung ist ein weiterer Baustein dieses Moduls. Die Auseinandersetzung mit einer pragmatischen Umsetzung solcher Ansätze kann besprochen werden unter gleichzeitiger Berücksichtigung eines Anspruchs einer möglichst unterstützend wirkenden Funktion.

Prof. Reddemann wird außerdem in diesem Modul die von ihr entwickelte und therapeutisch etablierte Methode PITT (Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie) vorstellen und von den Teilnehmenden ansatzweise durchführen lassen. Eine besondere Berücksichtigung wird sie dabei auf die Aspekte der Arbeit mit verletzen Anteilen, der Ressourcenstärkung und der Transgenerationalen Weitergabe von Traumata legen.

Am 2. Tag dieses Moduls wird mit Lena-Sophie Kindermann eine erfahrene Psychotherapeutin aus ihrer Arbeit mit alten Menschen in stationären Einrichtungen berichten. Sie hat die Arbeit mit der PITT Methode zusammen mit Prof. Reddemann veröffentlicht und stellt daraus anhand von Beispielen und Übungen die imaginative Arbeit im Kontext von Traumatisierungen mit alten Menschen konkret vor.

  • Praktische Übungen,
  • Beispiele aus der Praxis und einer theoretischen Einführung zum Einsatz imaginativer Techniken in der therapeutischen Arbeit speziell mit älteren Patient*innen und konkreten Beispielen zur Vorbereitung, Einführung und Durchführung

 

3. Block
20.+21.11.2020 Praktische Umsetzung und Selbstfürsorge
Refereintinnen:  Martina Böhmer, Daniela Halfmann

Im abschließendem Modul wird es dann konkret um eine präventive und hilfreiche Herangehensweise im Umgang mit Menschen, die Traumata erlebt haben, gehen.
Wie vermeide ich Re-Traumatisierungen? Wie kann ich bei Traumaaktivierungen hilfreich sein? Wie sieht eine angemessene Gesprächsführung in solchen Fällen aus? Die Gegenüberstellung der Aspekte von Trauma vs. Demenz wird zudem eine besondere Rolle spielen.
Zudem erweitern wir die erarbeiteten Inhalte um den Komplex der eigenen Sicherheit und Selbstfürsorge. Die aus der nationalen und internationalen Traumaforschung bekannten Phänomene wie die der Sekundärtraumatisierungen oder Belastungssymptomatiken bis hin zum klassischen Burn Out werden nicht nur vorgestellt, sondern auch in Bezug zur eigenen Arbeitswelt besprochen. Methoden zur Stressbewältigung werden ebenso einen Schwerpunkt bilden wie die Stärkung eigener Ressourcen. Im Rahmen einer Supervision werden am letzten Tag eigene Fallbeispiele aus der Praxis vorgestellt und besprochen.

  • Einführung in die Diagnosen Demenz
  • Trauma vs. Demenz
  • Gesprächsführung
  • Selbstfürsorge
  • Vermeidung von Sekundärtraumatisierungen
  • Methoden der Stressbewältigung, Ressourcenstärkung,
  • Reflexionen des eigenen Arbeitsalltags
  • Supervision, Abschluss

METHODEN

• Referate
• Fallbesprechungen
• Imaginative Übungen
• Ressourcenarbeit
• Körperübungen
• Austausch
• Gruppenarbeiten
• Selbsterfahrung
• Einsatz verschiedener Medien

SEMINARVERANTWORTUNG

Martina Böhmer und Daniela Halfmann